The Times They Are a-Changin’

Herr Rau hat was über Anwesenheit bei Vorlesungen geschrieben, das Universitäten häufig eine Anwesenheitspflicht ignorieren und das früher irgendwie anders war. Da ich ja aus eigener Erfahrung das alte und neue Studiensystem vergleichen kann, hab ich das beim Herrn Kollegen kommentiert. Und ich möchte das auch hier noch mal rein stellen, da ich denke, dass das vielleicht doch ganz interessant sein könnte, als wenig bekannte Implikation des BA/MA Systems. (Wem das zu lang ist, unten gibts bei tl;dr (Too long; didn’t read) die Kurzfassung,

Here we go:

Die Zeiten haben sich verändert.
Aus gegeben Umständen hatte ich das Vergnügen, mir von einem Professor anlässlich einer Anrechnung den Unterschied zwischen alten Diplom-/ Staatsexamensstudien und neuen BA/MA Studien erklären zu lassen:
Während die alte Studienform leistungsorientiert war, dh. der Schein belegte und benotete eine Leistung, bei der es allen egal war wann und wie die erbracht wurde (vulgo: keine Anwesenheitspflicht ), ist die neueStudienform zeitorientiert, dh. der Schein bestätigt das Aufwenden einer gewissen Stundenanzahl auf den Stoff, jedoch wird der Schein erst erteilt, wenn die Prüfung erfolgreich war, dh. sichergestellt ist, das die Zeit auch produktiv verwendet wurde. Alle Veranstaltungen sind zu Modulen gebündelt, mit akribischen Zeitplänen versehen und mit Modulabschlussprüfungen abzuschliessen, damit die Zeit via Schein in den Abschluss eingehen kann. In den Modulplänen sind die Zeiten, die auf Besuch der Vorlesung, Vor- und Nachbereitung aufzuwenden ist, genau vorgeschrieben und daraus leitet sich dann auch die Anwesenheitspflicht ab. Erfreulicherweise haben viele Unis eingeführt, dass die Pflicht zwar besteht, jedoch nicht durch Anwesenheitskontrollen geprüft wird, umgehende Unterschriftslisten sind dann dort illegal und die ASTen haben da auch ein Auge drauf.
Eine Konsequenz daraus ergibt sich auch für die Anrechnung auf andere Studienabschlüsse. Die gepriesene Anrechenbarkeit von Leistungen im BA/MA ist nicht so hoch, da Juristen festgestellt haben, das Zeit nicht doppelt verwendet werden darf. Ist ein Schein erst einmal in das definierte Zeitkontingent eines Abschluss eingegangen, so ist er für andere Abschlüsse wertlos. Einziger Hoffnungsschimmer um die erneute Klausur in „Statistik I“ und anderen Grundlagenfächern rumzukommen ist, das der zuständige Professor gegenüber dem Prüfungsamt auf den erneuten Nachweis der Leistung verzichtet. Alte Diplom/Magister/Staatsexamensscheine sind ohne Probleme anrechenbar, da sie ja nur Leistung bestätigen.

tl;dr

Alle Studienleistungen sind zu Modulen gebündelt und mit Zeitplänen versehen. Scheine sind keine Leistungs-, sondern Zeitnachweise mehr, die erst bei Bestehen der Modulprüfung ausgegeben werden. Zeit kann nicht doppel benutzt werden, wer einen BA/MA hat, für den stellt die Anrechnung von Teilleistungen auf einen weiteren Studiengang ein Problem dar. Früher war alles besser.

Fazit

 

Advertisements

3 Kommentare

  1. Ich habe auch bei Herrn Rau kommentiert, hier könnte ich mich jetzt nur wiederholen. 😉
    Kurzform: Bei uns gibt es Anwesenheitslisten und wer mehr als 2x im Semester fehlt, fliegt aus dem Kurs. Ich vermisse die Eigenverantwortlichkeit, die man Studenten eigentlich beimessen sollte, aber tatsächlich hat es mich bisher nur in sehr wenigen, schlechten/sinnlosen Seminaren gestört, dass ich meine Zeit effizienter im Selbststudium hätte nutzen können – in der Regel finde ich 2x Fehlen aber absolut okay und habe eben kein Problem damit, anwesend zu sein.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s